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Quo vadis WoW

frage ich mich ´mal wieder. Cataclysm wurde bekanntlich als Addon angekündigt, dass einige „Fehler“ von WotLK ausgleichen sollte. Der Schwierigkeitsgrad sollte angehoben werden, neue Mechaniken sollten implementiert werden, nervige Fehler ausgemerzt werden. Ob dies gelungen ist, wird an anderer Stelle ausführlich diskutiert und wie so oft, könnten die Meinungen nicht gegensätzlicher sein. Ich persönliche finde ja den 15% – buff, soweit der DF genutzt wird, eher suboptimal – eben eine kurzfristige „Lösung“ für ein im Kern mieses feature – eben den DF (sagte ich schon, dass ich diesen nicht mag?^^) Über bestimmte nerfs und buffs von Klassen und speccs kann ich mich nur noch wundern, aber so lange die Bosse umfallen soll mir das auch egal sein und das alles ist ja auch nichts neues. Die heros sind immer noch halbwegs spannend, denn auch wenn man mit 350+ gear mittlerweile ganz zügig durchrauschen kann, ist der Schwierigkeitsgrad noch angenehm weit von WotLK-HCs entfernt. Die Raidinis sind aus meiner Sicht nicht anspruchsvoller als Ulduar, teilweise aber mit sehr netten encountern (gut, den ein oder anderen Nervboss hat´s natürlich auch). Also alles mehr oder weniger wie gehabt.

Thema soll auch mehr sein, wie es eigentlich um Blizz beziehungsweise WoW wirtschaftlich bestellt ist. Die eigenen Eindrücke dazu sind ja eher recht eingeschränkt, ´mal hört man davon, dass Spieler X wegen des „unzumutbaren“ Schwierigkeitsgrades aufgehört hat, der ein oder andere scheint das Spiel „durch“ zu haben, seit Ewigkeiten nur noch in grau auf der friendlist stehende Spieler tauchen plötzlich wieder auf, aber wie die Spielerzahlen sich tatsächlich entwickeln, bleibt doch eher undurchschaubar.

Licht in´s Dunkel könnte der jüngste Geschäftsbericht von Activision/Blizzard bringen.

http://investor.activision.com/releasedetail.cfm?ReleaseID=548900

Nun, was ist das eigentlich, was die company da veröffentlicht hat? Es handelt sich dabei um die Zusammenfassung der Finanzkennzahlen nach dem sog. GAAP-Standard. Sämtliche börsennotierten Unternehmen müssen in den USA nach diesem Standard berichten. Der Bericht dient vornehmlich dazu, dass Investoren in die Lage versetzt werden, sich einen fundierten Überblick über die Finanzlage des Unternehmens zu machen. Er ist im Unterschied zu einem nach deutschem Recht zu erstellenden HGB-Abschluss nicht Grundlage für die Ermittlung der Steuerlast, ermittelt also nicht den tatsächlichen Gewinn zur Bemessung der Steuerlast, sondern berücksichtigt aperiodische Umstände und Sondereffekte, da er schlicht in die Zukunft gerichtet wird.

Um Investoren einen weit gefächerten Überblick zu geben, enthalten derartige Informationen neben der GAAP-Berichterstattung aber auch eine sog. non-gaap-Übersicht, die nicht bereinigt ist um Sondereffekte. Dies muss man verstehen, um das Jahresergebnis eines Unternehmens beurteilen zu können.

So, wie sieht es denn aus?

Blizzard hat per 31.12.2010 mehr als 12 Millionen aktive WoW-accounts. Das Addon wurde im ersten Monat mehr als 4,7 Millionen mal verkauft. Gut, das sind Blizzard-Zahlen, aber wenn man sich vergegenwärtigt, dass ein derartiger Bericht unter Beobachtung der amerikanischen Finanzbehörden steht, halte ich den „Überteibungsfaktor“ für eher gering.

Was sagen die sonstigen Zahlen?

ActivisionBlizzard hat sein operatives Ergebnis im Vergleich von 2009 zu 2010 um 137 Millionen $ steigern können, also um mehr als 10 %, ganz nett. Wo kommt das her? Diese Frage ist nicht ganz so einfach zu beantworten, immerhin wird in dem Bericht nach einzelnen Sparten unterschieden, eine davon nennt sich MMORPG. Da mir nicht bekannt ist, dass Blizz neben WoW derzeit weitere MMORPGs am Start hat, gehe ich davon aus, dass die Sparte MMORPG eins zu eins mit WoW gleich zu setzen ist.

Als Netto-Einnahmen sind in der Sparte MMORPG für 2010 nach GAAP-Standard 1.230 Mio $ aufgeführt. Für 2009 nach dem gleichen Standard 1.248 Mio. $. Aha, die Netto-Einnahmen sind also zurück gegangen! Nuja, so einfach ist es dann doch nicht. Erinnern wir uns, der GAAP-Standard behandelt Sondereffekte anders als z.B. ein HGB-Abschluss, der der Ermittlung des steuerrelevanten Jahresergebnisses dient.

Also greifen wir auf die berichteten non-gaap-Zahlen zurück. Danach konnte die Sparte MMORPG die Netto-Einnahmen im Vergleich von 2009 (1.155 Mio. $) um 266 Mio. $ zu 2010 (1.421 Mio. $) erhöhen. Woher kommt das? Auch darüber geben die Zahlen recht gut Aufschluss, da auch das letzte Quartal in 2010 isoliert berichtet wird. Danach konnte die Sparte MMORPG die Netto-Einnahmen im Vergleich des 4. Quartals 2009 (321 Mio. $) zum 4. Quartal 2010 (544 Mio. $) um 223 Mio. $ steigern. Dabei dürfte es sich genau um den Sondereffekt handeln, der in dem GAAP-Bericht nicht auftaucht und alle, die sich irgendwie damit auskennen, wissen, dass es sich dabei nur um die Verkaufserlöse des Addons bzw. um gestiegene Abo-Zahlen aus Rückkehrern (ich z.B^^) handeln kann.

Das passt im Übrigen auch zu den Vorquartalszahlen:

1-3/2010                 297 Mio. $

4-6/2010                289 Mio. $

7-9/2010                282 Mio. $

Unterstellt man, dass WoW mit Cataclysm die Abo-Zahlen aus dem 1. Quartal wieder erreicht hat, ergeben sich Nettoeinnahmen in Höhe von 247 Mio. $ für den Verkauf des Addons, macht bei 4,7 Mio. verkauften Einheiten (wobei hier noch einige abzuziehen sein dürften, weil diese sich im Januar 2011 verkauft haben dürften) einen Stückpreis von 53 $. So teuer ist cataclysm aber nicht, so dass sich zwingend die Schlussfolgerung aufdrängt, dass die Abo-Zahlen im Vergleich zum 1. Quartal eher angestiegen sind.

Fazit: Für Blizz ist Cataclysm eine Erfolgsstory und ich kann aus den Zahlen einen Rückgang der Abo-Zahlen nicht erkennen. Wie lange Cataclysm die Spieler binden kann, kann ich nicht prognostizieren. Aus meiner Sicht kann es die Spieler länger als WotLK binden, allerdings hat Blizz mit WotLK auch ein ganz schlechtes Timing bewiesen.

Man darf gespannt auf die nächsten Quartalszahlen sein.

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kann ja durchaus – im besten Falle – ärgerliche Folgen haben. Die Zahl der Internet-user, die durch einen „Klick“ in der sog. Abo-Falle hingen, sind jedenfalls Legion (http://www.test.de/themen/steuern-recht/meldung/Abofallen-im-Internet-Niemand-muss-zahlen-4149024-4149029/).

Die Idee hinter diesen Abo-Fallen ist immer dieselbe. Die Erwartung vieler Internet-User, im Netz zahlreiche kostenlose Angebote für allerlei Alltagsfragen zu erhalten, wird in der Form nutzbar gemacht, dass mehr oder weniger geschickt die Kostenpflichtigkeit der abgerufenen Inhalte „verschleiert“ wird. Hinweise auf die Kostenpflichtigkeit ergeben sich entweder erst aus seitenlangen Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder durch Anklicken auf eine mit „Sternchen“ versehene Sonderinformation, teilweise erkennt der User die Kostenpflichtigkeit erst dann, wenn er die jeweilge Seite scrollt. Zivilgerichte haben sich bereits mit dieser Form des „Vertragsabschlusses“ schwer getan, erfreulicherweise jedoch in jüngerer Vergangenheit einen Vertragsabschluss verneint oder doch zumindest die Anfechtung eines solchen Vertrags wegen arglistiger Täuschung i.S.v. § 123 BGB bejaht. Ein für dieses Massenphänomen allerdings eher stumpfes Schwert.

Ein scharfes Schwert hat nunmehr der Erste Strafsenat des OLG Franfurt mit seinem Beschluss vom 17.12.2010 geschmiedet. http://www.lareda.hessenrecht.hessen.de/jportal/portal/t/s15/page/bslaredaprod.psml?&doc.id=JURE110000409%3Ajuris-r01&showdoccase=1&doc.part=L

In bemerkenswerter Klarheit und jenseits von juristischen Spitzfindigkeiten hat das OLG den Beschluss der Vorinstanz, mit dem die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt worden war, aufgehoben und die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen. Der Beschluss hat zwar nicht die unmittelbare Folge, dass die Angeschuldigten wegen Betruges verurteilt sind, eine Verurteilung dürfte nach der ausführlichen Begründung des Beschlusses und dem feststehenden Tatbestand allerdings sehr wahrscheinlich sein. Erfreulich auch, dass das OLG die Regelbeispiele des gewerbsmäßigen Betruges und die Gefahr des Verlustes von Vermögenswerten für eine große Anzahl von Personen als erfüllt angesehen hat. Spannend bleibt allerdings die Frage, welche Auffassung nach antizipierter Verurteilung der BGH zu der Frage einnimmt.

Die Anzahl der sog. Abzockfallengeschäftsmodelle dürfte jedoch stark zurück gehen und jedem, der in eine solche Falle gestolpert ist, steht damit zukünftig der Weg offen, Strafanzeige zu erstatten. Auswirkungen dürfte das Urteil auf so manchen „Anwalt“ haben, deren eigenes Geschäftsmodell allein darin bestand, Abzockfallenbetreiber bei der Beitreibung ihrer dubiosen Forderungen zu unterstützen. Auch fein!

WTF

soll eigentlich der mit patch 4.0.6 avisierte SV-hunter-nerf??? Unterstellt, dass der automatische Schuss die Abschwächung des explosiven Schusses  und des schwarzen Pfeils nicht ausgleicht, handelt es sich nämlich um einen gewaltigen nerf. Nun gut, könnte man sagen, SV-Hunter sind halt op…Stimmt aber nicht!

Vor ein paar Wochen kursierte eine Liste, in der zahlreiche Schadensklassen miteinander verglichen worden sind und siehe da, der SV-hunter stand oben, nicht meilenweit weg von allen anderen DD-Speccs, aber doch oben. Schaut man sich den Gearbereich von 333-346 an, wird dieses Ergebnis sogar mehr als deutlich bestätigt. Ok, soweit nachvollziehbar, dass man auf die Idee kommen könnte, an ein paar Stellschrauben zu drehen, denn irgendwie käme ich mir als reine Dmg-Klasse auch verarscht vor, wenn ich 3k dps hinter dem Hunter hänge. Wobei, auch hier gilt natürlich, dass der SV-Hunter seinen wirklich hohen Dmg nur bei Single Targets mit möglichst wenig movement erreicht.

So, aber wie sieht es denn nun jenseits von Itemlevel 350 aus?  Mit zunehmendem Itemlevel stellt sich raus, dass der SV-Hunter weniger von den besseren Stats auf der Ausrüstung profitiert (Skallierung!) als andere Dmg-speccs und schon hat es sich was mit dem ach so overpowerten SV-hunter. Wenn dies dann zu einer Angleichung aller DDs führte, wäre ja alles soweit in Butter, nur, jetzt kommt der nerf in´s Spiel und das will mir nicht in den Kopf. Weiß Blizz nicht was läuft? Ich denke, dass Blizz sehr genaue Kenntnis von allen DD-speccs hat und zwar mehr als alle andere Quellen zusammen genommen. Also warum? Sollen die Hunter gezwungen werden, wieder auf Treffsicherheit (MM) zu speccen, weil Blizz der Meinung ist, den SV-Huntern wird es zu langweilig auf dem Dmg-Thron? Nach 2 Monaten Add-on? Meine alte Theorie zu den ganzen bisherigen Maßnahmen von Blizz beim Balancing der Klassen war ja, dass Blizz sehr bewußt an der Balancingschraube dreht, um Spieler dazu zu bringen, eine andere Klasse zu leveln, wenn ohnehin schon kein anderer content vorhanden ist. Aber – wie gesagt – 2 Monate nach Veröffentlichung von Catadingens macht auch diese Theorie keinen Sinn. Also, wenn jemand einen Idee haben sollte…

Tanks

habe ich ja derzeit gefressen. Was weniger daran liegt, wie sie spielen – wobei es auch dazu einiges zu sagen gibt: „Hunter, was ist mit Eisfalle?“ „öhm, sag mir welches Target Du drin haben möchtest.“ Ist der mob dann brav in Kältemittel gelegt, kommt in schöner Regelmäßigkeit eine Weihe/spalten/rote Soße oder sonst irgendein AE-Aggrospell. Aber egal, Fehler machen wir alle und das soll auch gar nicht das Thema sein.

Nein, was mich wirklich fertig macht ist die grenzenlose Arroganz und daraus abgeleiteter Handlungen mancher Vertreter der tankenden Spielerschaft. Ok, Tanks sind toll, kriegen mächtig Haue, haben große Verantwortung und ohne sie geht (leider) kaum was – btw, wie war das noch mit Heilern und DDs? Weil es keiner so recht machen will, bzw. im späteren Raidcontent nicht so viele Tanks gebraucht werden, wie der jeweilige Realmpool für die 5er-Inis eigentlich benötigt, besitzen sie ein – zumindest subjektiv empfundenes – Alleinstellungsmerkmal. Und wozu können Alleinstellungsmerkmale führen? – jep, zu Überheblichkeit und Ignoranz der Umwelt gegenüber. In der sog. richtigen Welt gibt es für Alleinstellungsmerkmalträger einige begrenzende Korrektive, etwa soziale Beziehungen, geben und nehmen, rechtliche oder gesellschaftliche Sanktionen oder einfach nur der Umstand, dass man sich angeblich immer zweimal im Leben begegnet (letzterer Punkt dürfte allerdings in der Regel ein reines Trostpflaster sein…) – jedenfall kann man dort in der Regel – auch wenn man noch so obertöfte ist – nicht hemmungslos die Sau raus lassen.

Anders der Tank in WoW. Im geschützten Raum des LFG-Tolls kann der Tank quasi sein Alleinstellungsmerkmal volle Kanne ausspielen. In der Regel ist der Tank ohnehin der Spieler mit der besten Ausrüstung, da er schlicht am häufigsten Instanzen ohne Wartezeiten „erledigen“ kann. Erledigen ist dabei das richtige Stichwort. Da er, der Tank, das aus seiner Sicht wichtigste Mitglied der Gruppe ist, ist der Rest der Gruppe eigentlich nur dazu da, den Tank bei der Erreichung seiner jeweiligen Zielen zu unterstützen. Diese können nun aber durchaus von den Zielen der Gruppe abweichen.

Gängige Ziele der Gruppe sind etwa die Verbesserung der eigenen Ausrüstung (braucht der Tank nicht, da er ´eh schon alles hat, was es in Inis zu holen gibt), das Abschließen der Instanz um Gerechtigkeits-/Tapferkeitspunkte zu bekommen (braucht der Tank in der Regel nicht, da er dies gleich nach dem Frühstück bereits erledigt hat, manchmal auch schon davor) oder seltener, ein nettes und gemeinsames Spielerlebnis zu haben (Tank: „?“).

Demgegenüber hat der Tank eher spezifische Ziele, die in dazu bringen können, sich als Tank für eine Ini anzumelden. Es fehlt Ruf für irgendeine Fraktion? Mal flott das LFG-Tool anwerfen, 5 – 10 Mobgruppen tanken und holla die Waldfee, raus aus der Gruppe. Ach, dieses eine DD-Teil wäre für die dualspecc doch eigentlich ganz nett, hups, da dropt es ja auch schon, natürlich wird es den anderen DDs weg „geneeded“ und dann, holla die Waldfee, raus aus der Gruppe. Braucht der Tank doch noch Tapferkeitspunkte geht es – wo auch immer möglich – schnurstracks zum Endboss. Einwände einzelner Gruppenmitglieder werden entweder vollständig ignoriert oder mit geballter Tankautorität geflamed („Kannst ja leaven“, „Klappe“, „Ich tanke!“ etc.).

Nun sind auch Tanks nur Menschen 😉 und vor diesem Hintergrund ist ihr im besten Wortsinne asoziales Verhalten vielleicht noch nachvollziehbar, die Frage ist dann aber, was sie zu solchen Verhaltensweisen gebracht hat – und da wären wir dann wieder bei meinem Lieblingsthema: Richtig – WotLK und das verdammenswerte LFG-Tool. Diese von Blizz gerufenen Geister wird das Spiel anscheinend nicht mehr los. Eine durch WotLK geförderte „EPIX! – haben will“-Mentalität, verbunden mit der durch die Anonymität des LFG-Tools implementierte Möglichkeit, sich benehmen zu können, wie es einem beliebt – Gift für´s Spiel, Gift für die Community und am Ende des Tages auch Gift für Blizz.

So, und wer lesen will und kann ist klar im Vorteil, ich sprach von manchen Tanks und selbstredend sind auch andere Klassen nicht vor dem oben beschriebenen Virus gefeit.

Wir waren Helden…

öhm, meine Kingslayer und nun sind wir arme Würstchen und verkünden dies jedem, der es nicht hören will – so kommt es mir jedenfalls vor, wenn ich mir das offizielle Blizz-Forum anschaue. Und fast kann ich es ja sogar nachvollziehen. Wie schön die Zeiten, als man sich TV-, youtube-, (wahlweise youpXXX-) schauend die epics abholen konnte und alle irgendwie gleich waren, leider, leider – perdu…

Aber Kopf hoch, das wird schon wieder. Wie schaut´s denn aus? Das „Addon“ ist noch keinen Monat online, dennoch dürften 90 % der Spieler mittlerweile HC-ready sein. Selbst random sind die HC-Inis mittlerweile zu schaffen und es wird jeden Tag einfacher werden. Ok, man kann derzeit noch an fast jeder Ecke wipen und mit 15 Minuten HC-farmen ist es derzeit noch nicht getan. Es gibt erstklassige Rufbelohnungen, ebensolches craft- (wenn auch derzeit noch zu monopolistischen Preisen) und ergänzendes Punktegear, so dass wir Anfang bis Mitte Februar überwiegend Chars sehen werden, die 346+-gear tragen  – Raidready.

Was ist daran so anders als zu WotlK-Zeiten? Nicht wirklich viel, außer, dass es in den Nordend-Heros Lila gab. Ende Februar werden die random-groups mit 359+-chars gemischt sein und die Heros werden so butterweich werden wie ehedem, da bracht´s nicht ´mal einen Blizz-besänftigt-die-Unzufriedenen-nerf für.

Es wird Spieler – insbesondere solche mit funktionierenden Gilden – geben, die werden eher am gearcap sein und solche, die etwas länger dafür brauchen, auch das ist alles nicht neu. Wie man demnach auf die Idee kommen kann, es gäbe für sog. „casuals“ nach Erreichen der Maximalstufe keine Spielinhalte mehr, kann ich nur schwer nachvollziehen.

Allerdings war ich auch nie der Meinung, alle Spieler müssten die gleichen Chancen auf das gleiche gear/pet/Erfolge oder was auch immer haben. Ich konnte nie in 5 Jahren sagen: „Content clear“. Bis auf eine Ausnahme: WotLK und da wollte ich nicht mehr. Es hat mich nicht die Bohne gejuckt, nie auch nur in die Nähe eines T3-Teils gekommen zu sein, wenn Spieler vor dem gnadenlosen Nerfpatch mit Sunwell-loot neben mir standen, habe ich anerkennend genickt und bedauert, dass WotLK in der Tür stand. Die Idee, gear gegen Marken erwerben zu können, wenn denn der eigene Raid nichts entsprechendes abwarf, fand´ ich gut, soweit man diese Marken auch nur in Raids bekommen konnte. Dass man dieses System später auf erfarmbare Marken aus 5er-Inis ausgeweitet hat, war sicher aus betriebswirtschaftlicher Sicht nötig und auch akzeptabel, der Bruch in der Logik entstand aus meiner Sicht an der Stelle, als der Aufwand, sich durch Raids zu equipen in keinem Verhältnis mehr zu dem Aufwand stand, sich durch Herofarming auszurüsten.

Nichts anderes passiert aber mit Cataclysm. Vielleicht etwas weiter hinausgezögert, als ein Teil der Spielerschaft dies durch WotLK gewöhnt war, aber im Ergebnis läuft es genau auf gleiche hinaus.

Also, Luft holen, bis 10, wahlweise bis 100 zählen und Ruhe bewahren. Ach so, eins noch, weil´s so schön in die All-for-nothing-mentalität passt. Tol Barad. Lief ja zuletzt immer so ab, die Festung kampflos preiszugeben und jeder der es wagte, einen Schuss/Schlag/Zauber gegen die gegnerische Fraktion auszuteilen, wurde als „noob“, „nap“, „vollhonk“ oder ähnliches tituliert, weil er so ahnungslos war, nicht zu wissen, dass man 2,5h später, voll die krassen 1,8 k Ehre für ummesonst abstauben kann…So stand dann regelmässig der halbe Server vor der Brücke und machte sich vor Verzückung fast das Höschen nass, in der Erwartung der voll krass geleechten „1,8k“ Ehre. Soll angeblich aber gestern Abend gefixed worden sein, hope so!

Umwälzungen

sind ja doch immer mit Licht und Schatten verbunden, so recht kann ich aber noch nicht sagen, ob´s eher schattiger oder doch heller geworden ist. Gut läßt sich das an Vash verdeutlichen. Die erste Zone in diesem Startgebiet war ziemlich öde und die Steuerung unter Wasser ist schon ´mal gar nicht mein Ding, letztlich war ich froh, dort raus zu kommen. Zwar gab es einige nette Quests, die die Story schön entwickelt haben, mir persönlich lag das Questen in der „3-D-Umgebung“ allerdings nicht. Insgesamt werte ich die Zone als guten Versuch etwas „Neues“ ins Spiel zu integrieren, ansonsten sind die Geschmäcker sicherlich verschieden…

Hyal habe ich nur teilweise gesehen, da ich irrtümlich der Meinung war, die Zone sei „leer“ gequestet, nachdem nach Abschluss einer Questreihe keine weitere Quest angeboten wurde. Irgendwie hatte ich mich darauf verlassen, dass Blizz einen schön von Questhub zu Questhub leitet – war jedoch nicht der Fall oder ich war zu blöd… Habe Hyal jetzt jedenfalls nachgeholt und mag die Zone lieber als Vash (s.o.).

Tiefenheim habe ich nur kurz angetestet und bin gleich nach Uldum. Die Zone wirkt recht öde, allerdings ist sie schon wegen der Indi-Jones Questreihen spielenswert. Mit ein paar Inis zwischendurch war ich dann doch recht schnell auf 84 und bin dann sofort ins Schattendingenstal, nachdem ich mir habe sagen lassen, dass die mob- und die Quest-xp da wesentlich höher ausfällt als in den anderen Gebieten – stimmt!

Die Levelphase fiel deutlich schneller aus als zu BC oder WotlK – auch das ambivalent. Einerseits will man dann ja doch schnell 85 sein, andererseits fühlt es sich nicht so an, als hätte man wirklich ein add-on gespielt. Die Zonen habe ich insgesamt als sehr „eng“ empfunden, dies bezieht sich zum einen auf die Größe der Zonen und zum anderen auf die Questphilosophie. Ersteres mag daran liegen, dass man mit 310% Reisegeschwindigkeit natürlich schneller durch ein Gebiet kommt als per Bodenmount, das enge Questkorsett hätte nach meinem Empfinden jedoch nicht sein müssen. Die Quests selbst – von der üblichen Hausmannskost, die aber wohl sein muss, einmal abgesehen – waren teilweise recht spassig und selbst die Fahrzeugquests hatten etwas.

Die Inis: Auf normal kaum anspruchsvoll, bis auf die 85er-Inis, die random zumindest schon einmal etwas nervig sein können, wenn man einen schlechten Tank erwischt. Wobei ich mit schlecht eher solche Tanks einstufe, die nicht umschalten können. Wenn ich als Tank merke, dass Gruppenpull nicht gegen geheilt werden kann, dann sollte ich es halt etwas langsamer angehen lassen und durchaus zu CC auffordern. Leider sind es viele Spieler nicht mehr gewohnt miteinander zu kommunizieren, so dass so mancher pull daneben gehen kann und der Mage erst nach dem wipe mitteilt, dass mob X sich nicht sheepen läßt… Insgesamt war ich ca. 4 mal random bisher und 50% davon war das Grauen. Dabei geht es nicht einmal um´s wipen, sondern um das grenzdebile flamen einzelner Spieler und den „disco“ des Tanks – das Gruppenspiel (random) hat Blizz mit WotlK schlicht verhunzt, mal schauen, ob da noch etwas geht. Meine Prognose lautet ja eher, dass Blizz die Inis auf HC deutlich nerfen wird, weil es ja einfacher ist, in den offiziellen Foren zu jammern, als die eigene Spielweise, respektive das eigene Verhalten anzupassen.

Zum Hunter: Main ist Main – aber wirklich glücklich bin ich mit den Änderungen nicht. Fängt beim Wegfall der Salve, der wegen Minimumrange beim Mehrfachschuss von diesem nicht kompensiert wird, an und hört beim focus auf. Macht im Ergebnis eine sehr statische Rotation und irgendwie fehlt doch immer focus. Schaden scheint zumindest derzeit bei Singletargets ok zu sein, wobei ich noch keine Raidzahlen kenne. Positiv ist die pet-Verwaltung und Fallenwerfen, wobei man den Tanks erst beibringen muss, dass man Fallen nicht unendlich weit werfen kann, sicherer ist da noch, den mob in die Falle zu ziehen, wenn denn nicht immer der Tank seine AE-Aggro zünden würde…

Fazit: Alles offen. Der gr0ße Wurf offenbart sich mir noch nicht, aber das mag ja noch kommen.

Husch, husch in´s (Gilden-)Körbchen…

sollte das neue Credo mit Cataclysm werden. Vordergründig motiviert durch die Gildenerfolge, die doch das eine oder andere beachtenswerte upgrade bieten, letztlich aber aus purer Notwendigkeit heraus, wenn man als halbwegs sozialisierter Mensch in WoW seinen MMO-Spass haben will.

Sollte die Ankündigung zutreffen, dass mit Cataclysm der 5er-content deutlich anspruchsvoller wird, dürfte die Nutzung des lfg-tools recht problematisch werden. Bereits jetzt ist die Stimmung in diesen random-Gruppen recht häufig geprägt von flames und Unverständnis davon, was man da eigentlich zusammen macht. Keine 5er-Ini darf länger als 15 Minuten dauern, ein wipe, und die Gruppe fällt auseinander, wahlweise leiden der Tank an Selbstüberschätzung (eher selten), die DDs an recount-Gläubigkeit (eher oft) oder ein Vollhonk spamed den groupchannel mit „noobs“ oder sonstigen Bezeichnungen zu. Wohlmeinende Kommunikation sucht man leider völlig vergeblich.

Wie soll das in Cataclysm erst werden? CC und FF ist zugegebenermaßen in WotLK nicht notwendig. Godmode aller Klassen wird´s schon richten. Wenn die Trashmobs aber bereits die Spieler dazu veranlassen sollten, ZUSAMMEN zu spielen, wird entscheidend sein, ob die Spieler aus den WotLK-Gewohnheiten ausbrechen können. Ich befürchte, der überwiegende Teil wird das nicht können, was die 5er-Inis für mich unspielbar machen dürfte. Statt ihre Spielweise und Umgangsformen zu ändern, wird der überwiegende Teil der werten Spielerschaft aber leider die üblichen whineposts im offiziellen Forum spamen, denn schließlich ist man ja Kingslayer, da kann es nicht angehen, dass man an Trashmobs scheitert. Für mich ist damit die Entscheidung klar, der kommende content wird nur noch Gildenintern angegangen.